Schmerzzentrum Zweibrücken

Dr. med. Hedi Kühn-Becker - Dr. med. Rosemarie Erdkönig

Hauptstr. 7 (Alexanderplatzcarrée)
66482 Zweibrücken
Tel. 06332 - 907 283
Fax 06332 - 907 323

   
 
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Die verschiedenen Formen des Schmerzes
und ihre Behandlung


- Ein kurzer Überblick -

Ein akuter Schmerz ist eine sinnvolle Warnfunktion des Organismus, der in der Regel auf eine akute Erkrankung hinweist.

Jeder Mensch kennt akute Schmerzen - sie sind Bestandteil des täglichen Lebens. Beispiele für akute Schmerzen sind Wundschmerzen nach Verletzungen oder Operationen, akute Rückenschmerzen ("Hexenschuss"), Zahn- oder Bauch-schmerzen bei Zahn- oder Blinddarmentzündungen.

Akute Schmerzen verschwinden entweder von selbst oder können durch Medikamente oder physiotherapeutische Maßnahmen (z.B. beim akuten Rückenschmerz) behoben werden. In seltenen Fällen sind Operationen (z. B. bei der akuten Blinddarmentzündung) zur Behandlung erforderlich. In der Regel kommt es zu einer vollständigen Heilung des erkrankten Organs. Akute Schmerzen werden von Hausärzten bzw. von Fachärzten des entsprechenden Gebietes behandelt.

Chronische Schmerzen halten länger als 3 Monate ständig an bzw. treten in dieser Zeit immer wieder auf. Beispiele sind chronische Nacken- und Kreuzschmerzen, wiederkehrende Kopfschmerzen bei Migräne oder Spannungskopfschmerz, Schmerzen der Hüft- oder Kniegelenke bei Gelenkverschleiß (Arthrose) oder Knochenschwund (Osteoporose), chronische Unterbauchschmerzen bei Frauen oder wiederkehrende Bauchschmerzen beim Reizdarm.

Chronische Schmerzen können auf eine Erkrankung oder eine Funktionsstörung von Organen hinweisen, können jedoch auch Ausdruck einer seelischen Störung sein. Psychische Faktoren können bei allen Schmerzformen das Schmerzerleben wesentlich beeinflussen.

Bei einem Teil chronischer Schmerzen liegen keine umschriebenen Organveränderungen, sondern Funktionsstörungen von Organsystemen vor. So geht man bei der Migräne oder bei der Fibromyalgie von einer Störung der Reizverarbeitung im Nervensystem aus. Bei den meisten Formen von chronischen Rückenschmerzen spielen Muskelverspannungen und -verkürzungen die wesentliche Rolle. Folglich lassen sich die Schmerzen bei Funktionsstörungen des Bewegungsapparates durch Physiotherapie und Entspannungstraining bessern und durch Schmerzmittel lindern. Schmerzen bei Funktionsstörungen von Organen können meist gebessert, aber nur in Ausnahmefällen kann eine dauerhafte Schmerzfreiheit erzielt werden.

Bei einem anderem Teil chronischer Schmerzen liegen nicht mehr behebbare Organschäden vor. Beispiele sind Nervenzerstörungen bei Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder nach Amputationen, Narbenplatten nach mehrfachen Wirbelsäulenoperationen oder Wirbelkörperbrüche bei Knochenschwund (Osteoporose).

Chronische Schmerzen treten auch im Zusammenhang mit Tumorleiden auf. Schmerzen bei bleibenden Organschäden können nur in Ausnahmefällen durch Operationen (z. B. Hüftgelenkersatz) oder Medikamente (z. B. Schmerzmittel) vollständig behoben werden. Die Behandlung der Grunderkrankung (z. B. der Zuckerkrankheit, des Knochenschwundes oder des Tumors) kann mit einer medikamentösen Schmerztherapie und mit anderen Behandlungsmethoden (Physiotherapie, Elektrotherapie, Entspannungsverfahren) in sinnvoller Weise kombiniert werden. Darüber hinaus können spezielle invasive Methoden der Schmerztherapie (z. B. Implantation von Kathetern oder Verabreichung der Medikamente durch Pumpensysteme) zum Einsatz kommen. Diese weiterführenden Methoden werden von Ärzten mit der Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie" angeboten. Hierdurch können in der Regel die Schmerzen auf ein erträgliches Maß gemindert werden.

Bei einer weiteren Gruppe chronischer Schmerzen ist der Schmerz nicht Folge einer körperlichen Erkrankung, sondern Ausdruck einer seelischen Störung. Depressionen können sich z. B. durch Schmerzen äußern. Psychopharmaka können hier sinnvoll mit psychotherapeutischen Behandlungsmethoden kombiniert werden.

Ca. 3,4 Millionen Menschen in Deutschland leiden permanent unter chronischen Schmerzen, ca. 20 Millionen unter immer wieder auftretenden Schmerzen, die während eines Jahres auftreten können (Bundesversicherungsamt, 2014). Chronische Schmerzen werden durch Haus- und Fachärzte, in deren Gebiet die jeweilige schmerzhafte Erkrankung oder Funktionsstörung fällt, behandelt. Insbesondere bei Schmerzen des Bewegungsapparates werden Physiotherapeuten, bei Schmerzen als Ausdruck einer seelischen Erkrankung ärztliche oder psychologische Psychotherapeuten hinzugezogen.

Schmerzkrankheit

Bei manchen Patienten mit chronischen Schmerzen aufgrund von Funktionsstörungen von Organen, nicht mehr behebbaren Organschäden oder seelischen Störungen wird der Schmerz zu einem eigenständigen Krankheitsbild.

Die Betroffenen geraten in einen Teufelskreis aus Schmerz, seelischen Veränderungen wie Niedergeschlagenheit und Gereiztheit. Zukunftsängste und Schlafstörungen treten hinzu. Die Reduktion körperlicher Aktivität - aus Angst vor einer Schmerzverstärkung - führt zu einer Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit. Soziale Kontakte werden immer mehr eingeschränkt, Lebensfreude und Lebensqualität sinken. Die Betroffenen sind meist nicht mehr in der Lage, beruflichen oder Haushaltstätigkeiten nachzugehen.

Schmerzkrankheiten entwickeln sich aus chronischen Nacken- und Kreuzschmerzen, ständigen Kopfschmerzen sowie Schmerzen nach Nervenverletzungen.

Ca. 800 000 Menschen in Deutschland leiden unter einer Schmerzkrankheit. Schmerzkrankheiten können nur in Ausnahmefällen geheilt werden.

Das Ziel der Therapie besteht deshalb in einer Linderung der Schmerzen sowie einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Lebensqualität.

Schmerzkrankheiten werden in der Regel durch eine Kombination von Schmerzmitteln, psychotherapeutischen Verfahren (z.B. Schmerzbewältigungstraining, Entspannungsverfahren, Hypnosetechniken) und medizinischer Trainingstherapie zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit behandelt. Eine solche Kombinationsbehandlung kann nur in enger Zusammenarbeit von Haus- bzw. Fachärzten, Physiotherapeuten und ärztlichen bzw. psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt werden.

Die Koordination der verschiedenen Therapiemaßnahmen kann durch einen Arzt mit der Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie" übernommen werden. Es handelt sich dabei um Fachärzte (Anästhesisten, Chirurgen, Internisten, Neurologen, Orthopäden, Psychotherapeuten), die eine zusätzliche Ausbildung in der Behandlung von Schmerzkrankheiten absolviert haben.

Bearbeitung:

Dr. med. Hedi Kühn-Becker, Homburg/Zweibrücken
Dr. med. Winfried Häuser, Saarbrücken
Dr. med. Dieter C. Konietzke, Saarbrücken


Download Broschüre "Chronischer Schmerz"
(pdf, 1,4 MB)
(Bundesministerium für Bildung und Forschung)



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